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Vom Einzelstein zur ganzen Wand

Wie die Häuser ins Museum kamen

AUTOR Manfred Schaeffler IMG 2081AUTOR Manfred SchaefflerEs wirkt, als seien die beiden Dörfer schon immer dagewesen. Doch in den Herbstwiesen stand bis in die 1980er Jahren kein einziges Haus. Die 25 Gebäude waren im Mittleren Neckarland und der Alb verstreut und wurden erst aufwändig hertransportiert. Doch wie verpflanzt man ein über 400 Jahre altes Gebäude? Bei einem Rundgang ließ Museumsleiterin Steffi Cornelius einen Blick hinter die Kulissen werfen und erklärte, wie sich die Technik der Hausumsetzung seit 1980 am Beispiel ausgewählter Häuser entwickelt hat.

Mit dem Haus aus Tamm wurde 1987 der Grundstein für das Freilichtmuseum gelegt. Heute ist in dem prachtvollen Haus mit dem Stucksaal über dem Torbogen die Museumsgastronomie untergebracht. 1726 wurde es erbaut. Generationen von Bauern bewirtschafteten den Hof, bis er schließlich zu klein, zu eng, zu unwirtschaftlich wurde, und sich das Museum als Abnehmer fand. 1980 wurde das Gebäude in Einzelteile zerlegt, wie damals noch üblich Stein für Stein, Balken für Balken - alles sorgsam beschriftet und nummeriert, damit es passend wieder aufgebaut werden konnte.

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Um die damalige Technik der Translozierung zu dokumen- tieren ist die Nummerierung heute noch am Kellerabgang sichtbar.

Beim zeitgleich umgesetzten Wohn-Stall-Haus aus Beuren wurde schon einmal testweise die sich neu abzeichnende Technik angewandt. In dem Bauernhaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde eine kleine Wand im Dachgeschoss am Stück an den neuen Standort transportiert.

1990 wurden dann beim Abbau des geräumigen Hauses in Öschelbronn bereits große Wände mitgenommen, und beim Tagelöhnerhaus aus Weidenstetten im Jahr 1993 gleich die komplette Stube in Massivbauweise.

 

 

 

Seit den 1990er Jahren ist die Ganzteil-Translozierung üblich. Mit dem Schwertransporter werden die Teile zuerst in eine große Halle zur Restaurierung gebracht und schließlich im Museum wieder zusammengesetzt. Eine Besonderheit kam noch beim Haus aus Aichelau hinzu: ein tonnenschwerer Gewölbekeller, der zunächst untergraben und dann in der Nacht mit einem Schwertransport-Konvoi ins Museum gebracht wurde.

AUTOR Manfred Schaeffler IMG 2082AUTOR Manfred Schaeffler

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Beim Ab- und Wiederaufbau zeigt sich die Kunst und Sorgfalt früherer Handwerkergenerationen. Oft erzählen die Häuser auch, wie frühere Generationen das Gebäude jeweils für sich umgebaut und genutzt haben. Und manchmal offenbaren die Häuser dabei ihre Geheimnisse, etwa, dass die Laichinger Weberfamilie schon früh Papiertapeten hatte oder dass der Giebel mit alten Hausinschriften geschmückt war.

Gruppenführungen zur Hausumsetzung sind auf Anfrage möglich.

 

 

Kontakt

Förderverein Freilichtmuseum Beuren e.V.
Geschäftsstelle
In den Herbstwiesen
72660 Beuren
 
Telefon: 07025 91190-26
(Montag 9 bis 12 Uhr) 

Telefax: 07025 91190-10
E-Mail: info@foerderverein-freilichtmuseum-beuren.de
 
 

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