Museumsstück des Monats

Langenauer Stangenbohne

bohne AUTOR Manfred Schaeffler IMG 9183AUTOR Manfred SchaefflerEine Pflanze als Museumsstück? Aber ja doch. Wie alte Häuser oder Gegenstände müssen auch historische Obst- und Gemüsesorten vor dem Verschwinden gerettet werden, tragen auch sie ein Stück Geschichte in sich. In den Gärten des Freilichtmuseums Beuren werden deshalb dieses Jahr zehn historische Bohnensorten angebaut: die Neckarkönigin und Blauhilde etwa, die man noch vereinzelt in Hausgärten findet, aber auch Raritäten wie die wieder entdeckte Schwabenbohne, die Monstranzbohne, die als eiweißreiche Fastenspeise häufig in den Klostergärten Oberschwabens angebaut wurde oder die Langenauer Stangenbohne, die von einer Auswanderergeschichte erzählt.

Diese alte schwäbische Regionalsorte, nach dem Ulmer Stadtteil Langenau benannt, hat weite Wege zurückgelegt. Die attraktive Bohne mit dem grün lila gesprenkelten Muster gehörte mit zu dem Wenigen, was die schwäbischen Auswanderer mit ins Banat nahmen, um fern der Heimat vertraute Pflanzen und Gerichte zu haben. Mit den Ulmer Schachteln, den breiten Holzkähnen, waren sie im 18. Jahrhundert auf der Donau ins heutige Rumänien, Serbien und Ungarn aufgebrochen, um den Hungersnöten und dem wirtschaftlichen Elend zu entkommen. In Schwaben selbst geriet die große Bohne mit den violetten Blüten und dem leicht nussigen Geschmack in Vergessenheit. Dicke Bohnen waren nicht mehr gefragt und wurden kaum noch gegessen. Eher durch Zufall entdeckten Sortenretter die Langenauer Stangenbohne wieder im fernen Rumänien. Im VEN-Archiv, im Archiv des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt wurden einige Bohnen aufbewahrt bis in jüngster Zeit einige Museumsgärten ihr Interesse anmeldeten.

langenauer stangenbohne AUTOR Manfred Schaeffler DSC02347AUTOR Manfred SchaefflerDas in Nürtingen ansässige „Genbänkle“, ein Kooperationspartner des Erlebnis.Genuss.Zentrums, sucht mit Hilfe von Sortendetektiven nach weiteren historischen Gemüsesorten, um sie vor dem Aussterben zu retten. Das Freilichtmuseum Beuren erhält in seinen unterschiedlichen Gärten einen Teil der Bohnenvielfalt, die in der Ernährung der Weltbevölkerung zunehmend eine große Rolle spielen.

In der Schauküche des Erlebnis.Genuss.Zentrums dreht sich im Juli alles um die Bohne. Am Sonntag, 17. Juli kocht Brigitte Steinwender vom Landfrauenverband Württemberg-Baden von 13-16 Uhr: „Bohnen - vielseitig, lecker und gesund“ lautet ihr Motto. Am Samstag, 23. Juli führt dder Ernährungsberater Jürgen Autenrieth um 11 Uhr in die „Kulturgeschichte der Alleskönnerin“ ein und bietet von 13-15 Uhr einen Kochkurs (mit Anmeldung) an: „Heimische Hülsenfrüchte neu entdeckt“.

Kontakt

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In den Herbstwiesen
72660 Beuren
 
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(Montag 9 bis 12 Uhr) 

Telefax: 07025 91190-10
E-Mail: info@foerderverein-freilichtmuseum-beuren.de
 
 

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