Alles auf Zucker?!

zuckerwuerdel AUTOR Felicitas Wehnert IMG 0224AUTOR Felicitas Wehnert Rund um Süßes drehte sich alles beim Aktionstag Zucker am Pfingstsamstag im Erlebnis.Genuss.Zentrum. Die Kulturgeschichte, die ernährungswissenschaftliche Bewertung und praktische Tipps für Schleckereien mit alternativen Süßungsmitteln standen dabei im Mittelpunkt.

Geschichten von Macht und Versuchung erzählte die Nürtinger Autorin Felicitas Wehnert in ihrem Vortrag „Süße Sünden – vom Luxusgut zur Massenware“. Süßes aus dem Zuckerrohr extrahiert blieb über Jahrhunderte als kostbares Naschwerk den oberen Schichten vorbehalten. Die dunkle Kehrseite: Geerntet wurde es von Sklaven unter unmenschlichen Bedingungen auf den südamerikanischen Plantagen. Erst mit der Weiterentwicklung der Runkelrübe zur Zuckerrübe vor rund 200 Jahren wurde Zucker auch für breitere Bevölkerungsschichten verfügbar. Neue Berufe wie Konditor und Zuckerbäcker entstanden, Konfekt und Gebäck, kandierte Früchte und Limonaden erweiterten das kulinarische Angebot. Stuttgart wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre das Zentrum der Schokoladenproduktion in Süddeutschland: Katzenzungen von Waldbauer, Eszet-Schnitten, Süßigkeiten von Moser-Rot, Haller, Schoko-Buck oder Friedel waren begehrt. Heute haben sich nur noch Ritter-Sport in Waldenbuch und Rübezahl in Dettingen gehalten. Richtig erschwinglich wurde Schokolade allerdings erst in den 1970er Jahren durch die Massenproduktion der großen Konzerne. Heute ist Süßes aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und hinterlässt gleichzeitig oft einen bitteren Nachgeschmack mit dem Anstieg von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Karies und Diabetes.


zuckerwuerfel AUTOR Felicitas Wehnert IMG 0223AUTOR Felicitas WehnertRund 34 Kilo Zucker verzehren wir Deutschland pro Jahr und Kopf. Lediglich 5,3 Kilo werden davon gezielt verwendet, mehr als 80% werden unbewusst in Form von Süßigkeiten, Backwaren, Limonaden oder Fertiggerichten konsumiert. „Weniger ist mehr ! Was zählt ist der Genuss“, war deshalb auch das Thema von Carmen Alboroz, Ernährungsspezialistin von der Landesinitiative BeKi „Bewusste Kinderernährung“. Auf einem Tisch hatte sie anschaulich aufgebaut, wieviel Zucker in einzelnen Zutaten steckt. 5 Stück Würfelzucker etwa in einem Puddingpulverpäckchen, drei Stück in einem Riegel Schokolade. Aber auch vermeintlich Würziges wie Tomatenketchup oder Fertigsaucen enthalten größere Mengen Zucker als billigen Füllstoff und Geschmacksverstärker. Ihr Rat: Nach den Inhaltsstoffen auf der Verpackung schauen, wenn Süßes, dann bewusst genießen und ab und zu auf Alternativen ausweichen.

schaukueche_AUTOR_Felicitas_Wehnert_IMG_0222.jpgAUTOR Felicitas WehnertWas es da so alles gibt stellte Brigitte Steinwender vom Vorstand der LandFrauen Owen in der Schauküche des Erlebnis.Genuss.Zentrums vor: Honig und Agavendicksaft, etwa, Ahornsirup und Kokosblütenzucker. Als Botschafterin für die Agrarprodukte aus der Region wählte sie am Aktionstag Apfeldicksaft als Süßungsmittel für das selbst hergestellte Schoko-Milch-Mixgetränk aus. Die kleinen Kostproben fanden anschließen beim Publikum großen Anklang.

Am Sonntag, 26. Juni heißt es im Rahmen des Themenjahres Ernährung „Brotvielfalt entdecken“. Von 12-15 Uhr gibt es im Erlebnis.Genuss.Zentrum Brotverkostungen mit den Brot-Sommelier Oliver Lahde. Beim Grillplatz an der Schutzhütte zeigen die Museumspädagoginnen wie einfach Stockbrot herzustellen ist.

Der Kurs Sauerteig mit Sophie und Julius Henne von der Brotique Stuttgart stößt auf so großes Interesse, dass er innerhalb kürzester Zeit ausgebucht war.

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(Montag 9 bis 12 Uhr) 

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