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25 Jahre Förderverein - Jubiläumsfest am 14. Juli 2019

Jubilaeumsfest 2019 Der Förderverein ist älter als das Museum? In der Tat wurde der Förderverein bereits vor der Eröffnung des Freilichtmuseums in Beuren gegründet. Eins ist gewiss: Ohne den Förderverein sähe das Museum heute anders aus. Im vergangenen Vierteljahrhundert hat der Verein viel bewegt, initiiert und ermöglicht. Um dies zu feiern wurde das diesjährige Museumsfest breiter als bislang angelegt.

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Botschafter*in für regionale Sorten mit Tradition

Erlebnis.Genuss.ZentrumDer Förderverein möchte mit einem neuen Team zur weiteren Belebung des Freilichtmuseums, hier speziell des neuen Erlebnis- und Genusszentrums und dem Gartensaal aus Geislingen, beitragen. Gesucht werden rund 10 Personen, die in Zweierteams aktiv sind.  

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Förderverein als Wegbegleiter bei neuen Museumsschwerpunkten

Schirm 2019 Henzler

Das Jahr 2019 war erneut ein Museumsjahr, das zahlreiche Neuerungen mit sich brachte. Der Förderverein des Freilichtmuseums Beuren war dabei Triebfeder und Wegbegleiter.
Ohne zu übertreiben ist es dem Engagement des Fördervereins zu verdanken, dass im Erlebnis- und Genusszentrum künftig gekocht werden kann.

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Pilotphase „Gespielte Geschichte“ geht zu Ende

Einladung zur Informationsveranstaltung

Das neue Vermittlungsformat Gespielte Geschichte feierte am 29. August 2021 Premiere. An den zwei Spieltagen im September und Oktober wurde die Szene vor dem Haus mit Schreinerei aus Ohmenhausen dann insgesamt sechsmal gezeigt. Bislang machten so mehr als 200 Besucherinnen und Besucher einen Ausflug in das Jahr 1927: Sie erfuhren von der Arbeit des Schreinermeisters Karl Walz, lernten seinen Gesellen und dessen Verlobte kennen. Sie trafen dabei auch auf die Gewerbeaufsicht, die sich von der Sicherheit der neu verlegten Elektroleitungen in der Werkstatt überzeugen wollte.

Am Sonntag, 24. Oktober haben Sie letztmalig in dieser Saison die Möglichkeit, diese Zeitreise zu unternehmen. Sie sind herzlich dazu eingeladen!

09Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen werden in der nächsten Phase der Gespielten Geschichte weitere Häuser „zum Leben erweckt“. Den Anfang macht das Haus aus Öschelbronn, auch im Alb-Dorf wird demnächst eine Szene platziert. Dazu sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen! Für die Weiterführung des Formats sucht das Museum weitere Fördervereinsmitglieder, die Spaß an der Theaterarbeit haben und das neue Format aktiv unterstützen möchten.

 

 

Wir laden Sie nochmals herzlich zu einer Informationsveranstaltung ein. Sie findet am Mittwoch, dem 10.11.2021, um 18 Uhr im Hopfensaal (Haus aus Öschelbronn) statt.

Gerne möchten wir mit Ihnen gemeinsam auf die Pilotphase des Projektes zurückblicken und einen Ausblick auf die Saison 2022 geben. Frau Pfenninger (Museum-Theater-Events), die unser Projekt als Expertin unterstützt, wird bei diesem Treffen anwesend sein.

Abschlussveranstaltung Team Wilhelmshöhe mit Krimiautor Bomm

07Die erzählende Lesung mit Manfred Bomm, Krimi-Autor und Journalist aus Geislingen-Eybach musste gleich noch einmal am zweiten Oktobersamstag im Gartensaal wiederholt werden. So viele Interessenten wollten die Geschichten um seinen knorrigen Kommissar Häberle hören.

Die Lesung fand gewissermaßen am Tatort statt: Der Gartensaal der Wilhelmshöhe ist Schauplatz in Manfred Bomm´s jüngstem Krimi „Schlusswort“. Dort feiert Kommissar Häberle seinen Abschied vom aktiven Berufsleben und dort ereignete sich auch ein historischer Mord. Der ist noch ungeklärt ebenso, ob Kommissar Häberle im Ruhestand nicht doch noch weiter ermittelt und es zu einem weiteren Band der Krimi-Reihe kommt.

 

 

 

 

 

08Das Team Wilhelmshöhe um Wirtstochter und Vorstandsmitglied im Förderverein Inge Hafner fand sich 2019 auf Zeit zusammen, um eine Saison lang den Gartensaal zu beleben. Das Programm von Inge Hafner, Gisela Rehfeld, Carola Denger, Brigitte Geiser, Doris und Heinz Bopp fand so großen Anklang, dass sie beschlossen, noch einen Sommer dran zu hängen. 2020 fiel den Corona-Einschränkungen zum Opfer, aber 2021 belebten drei Veranstaltungen den Gartensaal: Erinnerungen an das Leben in den 1950er Jahren mit Prof. Christel Köhle-Hezinger, Anekdoten und Lieder aus dem Wirtshausleben und Manfred Bomm und sein Krimi-Kommissar. Und ein Hit war jedes Mal der „Blonde Engel“ aus Eierlikör und Orangenlimonade.

Nachgekocht - das Rezept für das Filderkraut-Apfel-Süppchen

Das Foto in der Ausstellung im Erlebnis-Genuss-Zentrum gab Rätsel auf. Die dort abgebildete Filderkraut-Apfel-Suppe sah attraktiv aus, doch das Rezept war nicht mehr auffindbar. Anhand der Abbildung wagte sich Fördervereinsmitglied Heide Unger ans Nachkochen. Weitere Fördervereinsmitglieder stellten sich bereitwillig als Testesser zur Verfügung: eine geschmackvolle leicht säuerliche Suppe, die zur Wiederholung einlädt, war das einhellige Urteil. Wir wissen nicht, ob das Rezept dem Original entspricht, aber es schmeckt exzellent.  

06Zutaten für 4 Portionen:
 
4-5 dünne Scheiben Speck
1/2 Kopf Spitzkraut
2 säuerliche Äpfel
1 Becher Sauerrahm
1 Schuss süße Sahne
1L Brühe
1 Schuss Mineralwasser
1TL geriebener Ingwer
Dill
geröstete Kürbis- oder Walnusskerne
(Raps-)Öl
 
 
 
 
 
 
 
 

Zubereitung:

Das Spitzkraut fein hobeln und die Äpfel würfeln.

Die Speckscheiben in wenig Öl gut anbraten und dann entnehmen. Das Spitzkraut und die Äpfel in dieses Öl geben und ebenfalls gut anbraten. Mit Brühe ablöschen und köcheln lassen, bis das Spitzkraut weich ist. Nun mit dem Stabmixer fein pürieren, den Sauerrahm, die Sahne und den Ingwer gut einrühren. Eventuell noch Brühe nachgießen und einen Schuss Mineralwasser zugeben.

Die Suppe mit gehacktem Dill und den gerösteten Kürbis- oder Walnusskernen servieren.

Viele Veranstaltungen des Fördervereins in der Ferienwoche

03Zum Endspurt im Freilichtmuseum haben Fördervereinsmitglieder nochmals ein reichhaltiges Angebot für die Ferienwoche zusammengestellt: Von Krautrezepten über Rathausgeschichten, Handarbeitstipps für Weihnachtsgeschenke und Informationen zum winterfesten Garten reicht die Palette.

Den Auftakt machen zwei Veranstaltungen am 1. November. Das Freilichtmuseum ist an diesem Montag mit Allerheiligen als Feiertag geöffnet. Im Erlebnis.Genuss.Zentrum im Gartensaal stellt das Genussteam Rezepte mit dem Filderspitzkraut vor: einen Krautkuchen mit Hefeteig und einem Belag mit Speck und Spitzkraut, Schmand, Quark und Kümmel, sowie einen Krautsalat. Zwischen 13.00 und 16.00 Uhr können Besucher beim Kochen zusehen und Versucherle probieren.

Der spitz zulaufende Kohl von den Fildern ist ein ganz besonderes Kraut. Sein Kopf ist lockerer, die Blattstruktur zarter und sein Geschmack milder als andere Weißkohlarten. Nur der Spitzkohl, der auf dem fruchtbaren Lössboden auf der Filderebene angebaut wird, darf sich Filderkraut nennen. Einst baute jeder Hof seine eigene Sorte an. Da die Vermehrung aufwändig ist und über zwei Jahre geht sind bereits etliche Hofsorten verschwunden. Die Spezialität wird zunehmend zur Rarität.  

Im Häslacher Rathaus erzählt der Vorsitzende des Fördervereins Hans Weil aus seiner Zeit als Bürgermeister in Köngen. Dort war er von 1982 bis 2014 Rathauschef. Aus seinem Band „Gmault isch schnell - Heiteres und Besinnliches aus dem Rathaus“ stellt er im Ratssaal Episoden und Anekdoten aus jener Zeit vor.

Am 04Dienstagnachmittag, den 2.11. kann man sich vom Handarbeitsteam des Fördervereins Anregungen für selbstgefertigte Weihnachtsgeschenke holen, wie etwa Socken, Handschuhe, Patchworkdecken und anderes mehr.

Am Donnerstag, den 4. November gibt das Gartenteam Tipps, wie man den Garten winterfest macht. Die Damen mit dem grünen Daumen haben die ganze Saison über in den acht Museumsgärten gesät, gepflanzt und gejätet. Die Ernte der alten Obst- und Gemüsesorten konnte im Haus Öschelbronn in kleinen Mengen erworben werden.  

 

 

05MO 01.11. 13:00–16:00 Uhr
ERLEBEN
Alte Sorten – neu entdecken
mit dem Genussteam des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren 

MO 01.11. 13:00 Uhr, 14:00 Uhr & 15:00 Uhr
ERLEBEN
Heiteres und Besinnliches rund ums Rathaus
mit Hans Weil, Förderverein Freilichtmuseum Beuren

 
 
DI 02.11. 13:00–16:00 Uhr
ERFAHREN
Nadel, Faden, Fingerhut
mit dem Handarbeitsteam des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren

DO 04.11. 13:00–16:00 Uhr
ERFAHREN
Kommt mit in den Garten!
mit dem Gartenteam des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren

Erinnerungen für Adventskalender des Fördervereins gesucht

01Die Adventszeit ist mit vielen Erwartungen und Erinnerungen verknüpft. Diese Erinnerungen verbunden mit einem Foto oder einer Zeichnung möchte das Adventskalender-Team vom Förderverein gerne in einem virtuellen Adventskalender zusammenfügen. Bitte schicken Sie uns das Bild zusammen mit einem Text mit maximal 750 Zeichen inclusive Leerzeichen bis zum 5. November an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit der Zusendung gehen wir davon aus, dass Sie mit einer Veröffentlichung auf der Homepage des Fördervereins einverstanden sind. Nach der positiven Resonanz vom Vorjahr soll ein virtueller Adventskalender auch dieses Jahr die Mitglieder des Fördervereins durch die Adventszeit begleiten.

Ausflugstipps ins Elsass

- zum Écomusée und den Textilmuseen

Im Herbst lockt das benachbarte Elsass zu Erkundungstouren - kaum zwei Autostunden entfernt. Im Écomusée in Ungersheim und den beiden Textilmuseen in Mulhouse und Wesserling kann man sehen, wie die Nachbarn ländliche Kultur und handwerkliche Tradition ausstellen und Anregungen holen.

Das Elsass im Dreiländereck zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz ist reich an Kultur und Naturschönheiten, mit Kunstwerken von Weltrang in Straßburg und Colmar, mit anheimelnden Fachwerkdörfern, ausgedehnten Weinlagen und bodenständigen Genüssen.

Einen Einblick in das ländliche Leben im Elsass zwischen 1850 und 1950 gibt das Écomusée in Ungersheim, das größte Freilichtmuseum Frankreichs. Es ist wie ein elsässisches Dorf Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut mit 75 Gebäuden - mit Bahnhof, Schule und Sägewerk, mit Bauernhäusern und Handwerksstätten. Darin zeigen Töpfer, Bäcker, Sattler, Schuster, Schmied, Barbier, Küfer und Korbflechter ihr Handwerk. Auf fast jedem Dach nistet ein Storchenpaar, im zentralen Restaurant gibt es Flammkuchen und Baeckerofen und in kleinen Holzhäuschen kann man übernachten. Seit 2015 entsteht ein neues Museumsviertel zum Wohnen und Zusammenleben von Morgen.

Écomusée d´Alsace, Chemin du Grosswald F-68190 Ungersheim; Öffnungszeiten bis 7.11. und vom 27.11. -2.1.2022 jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr außer montags

Programm - Écomusée d'Alsace (ecomusee.alsace)

IMG 8000Foto: Manfred SchäfflerUnweit entfernt am Rande der Vogesen ist der Parc de Wesserling. Das elsässische Freilichtmuseum für Textilgeschichte ist auf dem weitläufigen Gelände der einstigen königlichen Manufaktur angesiedelt. In dem einst europaweit größten Stoffdruck-Unternehmen wurden vor allem die mit exotischen und farbenfrohen Mustern bedruckten „Indienne“ Baumwollstoffe hergestellt. Neben dem Textilmuseum laden die unterschiedlichen Gärten und die modernen Ateliers für junge Modedesigner und Kunsthandwerker zu Entdeckungen ein. Wer sich weiter über die Tradition des Stoffdrucks informieren will wird in Mulhouse im Stoffdruckmuseum fündig. Parc de Wesserling: F-68470 Husseren-Wesserling, bis 10.10. täglich 10.00 -18.00 Uhr, 11.10.-30.12. Mi-So 13.00-17.00 Uhr Textilmuseum - Wesserling Park (parc-wesserling.fr)

Musée de l´Impression sur Etoffes (Stoffdruckmuseum), außer Mo 10 -12 u.14 -17 Uhr     14 rue de Jean-Jacques Henner, F-68100 Mulhouse

Foto: Manfred Schäffler

 

Stoffdruckmuseum - Musées Mulhouse Sud Alsace (musees-mulhouse.fr)

Aber das Elsass birgt noch viel mehr Geschichten. Die Staufer haben Spuren hinterlassen und das Elsass zur burgenreichsten Region Europas gemacht. Sie künden von großer Vergangenheit wie die Ruine Fleckenstein im Norden oder von Mittelalter-Träumen wie die Haut-Koenigsbourg Richtung Süden.

Frühe Manufakturen entstanden in dieser wald- und wasserreichen Gegend. In Jaegerthal ist die Wiege der Eisenindustrie, im nahen Wingen-sur-Moder siedelte sich der Pariser Designer-Star René Lalique an, bekannt durch Parfumflakons, Jugendstilschmuck und Glaswaren. Im Haguenauer Forst holten die Töpfer von Soufflenheim und Betschdorf ihren Ton. In Pechelbronn sprudelte das Erdöl und im Val d`Argent wurde nach Silber gegraben.

Von den Vogesentälern aus belieferten Textilmanufakturen die ganze wohlhabende Welt mit ihren Stoffdrucken und Indienne-Mustern. Und nicht zuletzt ist das Elsass die Heimat von Albert Schweitzer, der mit seinem Lambaréné-Hospital ein frühes Signal der Entwicklungshilfe setzte.

Das Musée judeo-alsacien in Bouxwiller erinnert an das jüdische Erbe. Und die Maginot Linie ist das sichtbarste Zeichen für die wechselvolle Geschichte der Region mit viermaligem Wechsel der Zugehörigkeit zu Deutschland und Frankreich in den letzten 150 Jahren.

9783763028603frontDiese und noch viel mehr Geschichten verbunden mit Halbtageswanderungen gibt es zu lesen in dem neuen Buch von Felicitas Wehnert: „Mit Geist und Füßen im Elsass – Was Landschaften erzählen“, Belser/Kosmos Verlag, ISBN 987-3-7630-2860-3, 16€                                                  

Rund um Äpfel und Birnen

Erntezeit in den Streuobstwiesen

DSC09223Foto: Manfred SchäfflerDie meisten Äpfel sind reif und warten darauf gepflückt und verarbeitet zu werden. „Probieren erlaubt“ Schilder laden dazu ein, ausgewählte Sorten direkt vom Baum weg zu testen. Dazu gibt es Geschichten rund um Jakob Fischer, die Brettacher und andere Obstsorten sowie dieses Jahr wieder eine Sonderschau zur Vielfalt des Streuwiesenobstes.

Rund 600 traditionelle Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschbäume hütet das Freilichtmuseum in den Beurener Herbstwiesen und fügt sich damit in die größte zusammenhängende Streuobstlandschaft Europas am Albtrauf ein. Viele historische Sorten finden sich auf den Museumswiesen, jeder Apfel hat seinen eigenen Geschmack. Der eine eignet sich für Saft oder Most, der andere besser zum Kuchenbacken. Wieder ein anderer lässt sich gut lagern und schmeckt auch noch nach Weihnachten.

Am Samstag, den 2. Oktober lädt das Freilichtmuseum von 13.00 bis 16.00 Uhr zum Apfelerntetag ein, bei freiem Eintritt für alle die beim Pflücken und Aufklauben mithelfen. Die Ernte wird dann später zu Apfelsaft und Apfelkompott verarbeitet. Die Helfer dürfen zum Dank ihre mitgebrachte Tasche mit den Streuobstschätzen füllen.

Zum Auftakt lädt Buchautorin und Fördervereinsmitglied Felicitas Wehnert ebenfalls am 2. Oktober um 13.00 Uhr zu einem Rundgang zu den alten Obstsorten und deren Geschichte ein. Dabei erzählt sie allerhand Wissenswertes über das Stuttgarter Geißhirtle und die Ermstaler Knorpelkirsche, über die Champagnerbratbirne und die Kirchensaller Mostbirne. Sie stellt den musikbegeisterten Bauern Jakob Fischer vor und berichtet von den Brettachern und ihrem gleichnamigen Apfel.

Am Sonntag, den 10. Oktober werden von 11.00 bis 17.00 Uhr im Freilichtmuseum die gepflückten Äpfel und Birnen zu Saft und Most verarbeitet. Diese Aktion ist auch der Auftakt für die Obstsortenausstellung vom 10. bis 17. Oktober im Schafstall mit den vielen verschiedenen Äpfeln und Birnen aus dem Schwäbischen Streuobstparadies in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband des Obst- und Gartenbauvereins Esslingen.

Neues Vermittlungsformat Gespielte Geschichte feiert am 29. August Premiere

Bisher fand die Arbeit des Projekt-Teams Gespielte Geschichte hauptsächlich hinter den Kulissen statt: Recherchen zur Haus- und Bewohnergeschichte, das Verfassen von Szenentexten, die Zusammenstellung von Kostümen und Requisiten, die Suche nach Schauspieler*innen und schließlich das erste Treffen bzw. die ersten Proben im Freilichtmuseum.

Nun feiert das neue Vermittlungsformat am Sonntag, 29. August 2021 endlich Premiere! Vor dem Haus mit Schreinerei aus Ohmenhausen wird es eine ganz besondere Zeitreise geben:

SchreinergeselleFoto: Angelika PfenningerDer Schreinermeister Walz muss eine dringende Auslieferung machen. Deshalb ist er los, um den Ochsenkarren seines Patenonkels zu holen. Sein Geselle wartet in der Zwischenzeit ungeduldig auf die Rückkehr des Meisters, denn eigentlich wollte er längst Feierabend machen, um mit seiner Verlobten Maria und deren Familie das Aufgebot zu besprechen. Zu allem Überfluss steht dann plötzlich auch noch die Gewerbeaufsicht vor der Türe, um sich von der Sicherheit der neu verlegten Elektroleitungen in der Werkstatt zu überzeugen…

Freuen Sie sich auf eine spannende und unterhaltsame Inszenierung, die allerlei Informationen rund um das Haus und seine Bewohnerinnen und Bewohner für Sie bereithält und tauchen Sie in das Leben der späten 1920er Jahren in Ohmenhausen ein!

Aktuelle Informationen zu den Rahmenbedingungen des Museumsbesuches finden Sie unter www.freilichtmuseum-beuren.de.

Einblicke von Albrecht Bedal

Bedal Albrecht DSC08916Während einer sommerlichen Sonntags-Matinée im Freilichtmuseum Beuren gab der Bauhistoriker und langjährige Leiter des Hohenloher Freilichtmuseums Albrecht Bedal Einblicke in seine Forschungen. In seinem Vortrag „Spätmittelalterliche Bauernhäuser in (Baden)-Württemberg – Vielfalt in der Einheitlichkeit“ hob er die Haus-Schätze des Freilichtmuseums und der Gemeinde Beuren hervor.

Auf der Schwäbischen Alb zählte der Bauforscher 304 Gebäude, die vor 1700 entstanden, davon 92 aus der Zeit vor 1500. Ins Freilichtmuseum Beuren wurde eine Reihe dieser landwirtschaftlichen Gebäude umgesetzt – etwa die Gärtringer Scheune von 1496, das Haus aus Aichelau von 1509/11 oder aus Beuren ein Wohn-Stall Haus mit Scheune von 1558. In den Freilichtmuseen kann auch die Geschichte der Häuser und ihrer Bewohner erforscht und dokumentiert werden. Aber viele der historischen Gebäude sind bereits verschwunden oder zur Unkenntlichkeit umgebaut. „Bauernhäuser galten lange als etwas Primitives“ bemängelt der Bauhistoriker. „Die Mittelalter-Archäologie untersuchte meist eher die Städte, denn die Dörfer.“ Dabei habe schon im Mittelalter bei den Haus- und Hofformen eine große Vielfalt nebeneinander bestanden, führt Bedal weiter aus: Stockwerk- und Geschossbauten, Firstständerhäuser, Gebäude mit Sparren-, Walm- oder Satteldach. Verwendet wurde dabei vielfach Eichenholz oder Nadelholz, das aus dem Schwarzwald geflößt wurde.

Die Gemeinde Beuren selbst schätzt Albrecht Bedal als „Glücksfall mit ihrem hohen Bestand an spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebäuden“, davon allein 15 Objekte aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Dazu zählen etwa die ortsprägenden Häuser Linsenhoferstrasse 4-6 aus dem Jahr 1397 oder die Hauptstraße 10 und 12 von 1412. Alle wurden behutsam renoviert und für heutige Wohnansprüche hergerichtet.

Und nach welchen Kriterien darf ein altes Haus umgebaut werden? „Neuerungen wie Sat-Anlagen oder Solaranlagen muss man akzeptieren, wenn die Struktur des alten Hauses nicht verändert wird und Umbauten reversibel sind“, meint der Bauhistoriker. „Grundüberlegung ist, was ist entscheidend für das Haus und was soll in die Zukunft transportiert werden. Man muss auch der nächsten Generation Raum geben, was sie mit dem Haus anfangen will.“

Das reich bebilderte Buch „Alte Bauernhäuser in Baden-Württemberg und seinen Freilichtmuseen“ von Albrecht Bedal ist für 24,90 € an der Museumskasse erhältlich. ISBN 978-3-981-3634-1-8

Berl Jaqueline IMG 9264Foto: Manfred SchäfflerDie wissenschaftliche Mitarbeiterin Jacqueline Berl betreut seit 1. August 2021 während der Elternzeit die Bereiche von Annika Hildwein. Sie ist u.a. für das Erlebnis.Genuss.Zentrum und Veranstaltungen zu regionalen Sorten zuständig. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Teams des Fördervereins rund um das Erlebnis.Genuss.Zentrum.

Die gebürtige Lörracherin hat in Konstanz Transkulturelle Geschichte und Anthropologie sowie Literatur-Kunst-Medien und Geschichte studiert. Danach absolvierte sie ihr wissenschaftliches Volontariat in Karlsruhe im Stadtmuseum. „Ich bin einfach an Geschichte in allen Facetten interessiert“, definiert sie ihren Schwerpunkt.

Bislang erforschte sie vor allem Stadtgeschichte, jetzt kommt die ländliche Erlebniswelt hinzu. Aber auch die ist ihr nicht fremd. „Die Großeltern betrieben im Schwarzwald eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb mit Kühen und Hühnern“, erzählt Jacqueline Berl. Jetzt bereitet sie erst einmal eine kleine Version des Arche-Marktes für den 26. September 2021 vor. Und für das Erlebnis.Genuss.Zentrum hofft sie auf viele bodenständige Familienrezepte  und Anregungen.

von Dätschern"Von Dätschern, Spätzle, Apfelkuchen und Schwarzem Brei“ heißt die neue Rezept-Broschüre, die soeben als Band 3 in der Schriftenreihe Freilichtmuseum Beuren erschienen ist. Darin finden sich

Klassiker aus dem Backhaus, überlieferte Familienrezepte von Museumsgästen und Erprobtes aus der Versuchsküche des Genuss-Teams mit alten Sorten.

Der reich bebilderte Band zeigt, was man mit Jakob Fischer oder Williams Christ alles zaubern kann – etwa einen Apfelkuchen mit einem Zucker-Zimt -Mandel Belag oder einen Baiser-Birnenkuchen. Von Bekanntem gibt es Variationen wie Spätzle mit Spinat oder Haselnuss-Butter verfeinert, oder Linsenroulade und Filderkraut-Kuchen. Und Musmehl lässt sich nicht nur zu Schwarzem Brei, sondern auch zu Kuchen und Keksen verarbeiten.

Spätzle geschabtFoto: Reiner DoluschitzDurch die genauen Angaben lassen sich die Gerichte leicht nachkochen. Ein Überblick über die zehn historischen Küchen und zwei Backhäuser im Museum komplettiert den Band (ISBN 978-3-98044512-7-7), der zum Preis von 3.00 Euro an der Museumskasse erhältlich ist.

In vielen Familien werden Rezepte oft über Generationen immer weitergegeben und kommen heute noch – manchmal leicht modernisiert – auf den Tisch. Das Museumsteam würde die Reihe gerne fortsetzten und freut sich über Anregungen und Rezepte – von der Alltagsküche bis hin zu Festtagsgerichten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Aus dem Wirtshausleben der „Wilhelmshöhe“ - Anekdoten, Schlager und Blonder Engel

Wilhelmshöhe IMG 5018Foto: Manfred SchäfflerAm Samstag, den 11. September, um 15:30 Uhr lädt das Team „Wilhelmshöhe“ des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren zu einem Vortrag rund um die Geschichte des Gartensaals aus Geislingen an der Steige ein. Seit Herbst 2019 kann das ehemalige Ausflugslokal im Museumsdorf besichtigt werden. Inge Hafner, Kulturwissenschaftlerin und Urenkelin des Saal-Erbauers, nimmt die Museumsgäste mit auf eine Reise in die Wirtshaus-Geschichte der „Wilhelmshöhe“.

Das Anwesen hat den 1. Weltkrieg, danach eine Blütezeit voller Lebenslust, den 2. Weltkrieg und die Beschlagnahme bis in die 1950er-Jahre erlebt – und danach eine fulminante Wieder-Erweckung mit Feierlaune erfahren. Mit dem Kultgetränk „Blonder Engel“ und Schlager singen lädt das Team „Wilhelmshöhe“ die Gäste anschließend ein, in die Blütezeiten des Saals einzutauchen.
Der Vortrag findet inmitten der Streuobstwiesen des Freilichtmuseums auf Picknickdecken, Bänken oder Stühlen statt. Die Kosten für die Veranstaltung sind im Museumseintritt enthalten. Bei schlechter Witterung wird die Veranstaltung verschoben. Mehr Infos hier

 

 

Herbert Haag und sein schwarzes Handwerk

Haag Herbert IMG 9224Foto: Manfred SchäfflerDer Kohlenmeiler verlangt ständige Aufmerksamkeit. Deshalb übernachtete Herbert Haag während der Köhlertage im August mit einem Mitstreiter auch im Unterstand direkt neben dem glimmenden Meiler, um stündlich nach ihm sehen zu können. „Wenn der Dampf blau wird, sieht der Köhler rot“, erklärt er, denn dann steigt die Temperatur im Inneren. Rund zehn Tage dauert es, bis die fertige Holzkohle in Säcke verpackt werden kann. Und bis dahin braucht es viel Geduld und Wissen.

Schon der Aufbau nimmt ein fünfköpfiges Team fast einen ganzen Tag in Anspruch. Die 7,5 Raummeter Eschenholz aus dem Tiefenbachtal ergeben rund 500 Kilo Holzkohle. Das aufgeschichtete Holz wird zunächst mit Gras und dann mit Lösche aus Asche, Erde und Sand abgedeckt und entzündet. Unter kontrollierter Luftzufuhr durch sogenannte Pfeifen, den kleinen Löchern, arbeitet sich ein rund 30 Zentimeter breiter Glutherd von oben nach unten durch. Zellstoff, also Holzfasern, brennt bei 400 bis 500 Hitzegraden, erklärt Herbert Haag, Kohlenstoff wie Holzkohle erst bei 650 Grad. Die Kunst des Köhlers besteht deshalb darin, die Temperatur im Meiler unter 650 Grad zu halten. Ist der Rauch weiß bis grau, ist alles in Ordnung, wird er bläulich steigt die Temperatur und der Köhler muss die Sauerstoffzufuhr mittels der Pfeifen regeln. Und dann kommt der spannende Moment. Nach mehreren Tagen, je nach der Feuchtigkeit des Holzes, wird der Meiler abgelöscht, geöffnet und wenn alles geklappt hat, kommt reine Holzkohle zutage.

Köhlermeiler DSC07770Bereits im vorigen Sommer hatte Herbert Haag im Freilichtmuseum einen Meiler aufgebaut. Wie das geht, hat er von Georg Geiselhart gelernt, einem der letzten Berufsköhler in Süddeutschland, der selbst im Freilichtmuseum Beuren einige Sommer seine Meiler aufbaute. Herbert Haag, der von allen nur „Köhler Hebbe“ genannt wird, ist seit seiner Kindheit von dem schwarzen Handwerk fasziniert. Richtig ausleben kann der gelernte Elektriker seine Leidenschaft allerdings erst im Ruhestand. Und er hat auch schon andere angesteckt, die sich für den anschließenden Workshop zum Bau eines Kohlenmeilers gemeldet haben. „Ohne Köhler wären wir noch in der Steinzeit“, ist sich Herbert Haag sicher. Schon die Römer und Kelten hatten Holzkohle zur Eisenverhüttung oder zur Glasherstellung verwandt. Und auch wenn sie seit dem 18. Jahrhundert zunehmend durch die Steinkohle abgelöst wurde, so wird Holzkohle auch heute noch in der Industrie etwa zum Härten von Bremsklötzen für Autos oder als Arznei in Form von Kohletabletten bei Durchfall eingesetzt. Für den heimischen Grill gibt es die im Freilichtmuseum hergestellte Holzkohle im Eingangsgebäude zu kaufen.

 

Erinnerungen von Christel Köhle-Hezinger und Inge Hafner

FeiernFoto: Felicitas WehnertPassend zum Zeitschnitt des einstigen Geislinger Gartensaals und jetzigen Erlebnis.Genuss.Zentrums hat das Team Wilhelmshöhe eine Veranstaltungsreihe im Freilichtmuseum rund um die 1950er Jahre zusammen gestellt. Zum Auftakt tauschten die beiden Kulturwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger und Inge Hafner ihre Erinnerungen an Leben und Feiern in den 1950er Jahren aus.

Aufgewachsen ist Christel Köhle-Hezinger in Mettingen, einem Esslinger Stadtteil, der sich lange noch seine dörfliche Geschlossenheit bewahrt hatte. Die ersten Kindheitserinnerungen an ein Familienfest gehen bei ihr ins Jahr 1950 zurück: die Konfirmation eines Bäsles mit Hirnsuppe und Chaudeau Soße. Später bei den Schulfesten gab es Sinalco und eine Rote Wurst. Die Einschulung, heute ein großes Event für die gesamte Familie, wurde nicht besonders gefeiert. Geschenkt wurde vor allem Praktisches – selbstgestrickte Socken oder zu besonderen Anlässen von den Paten ein Besteckteil von WMF für die Aussteuer.

In der Gaststätte ihrer Eltern, der Geislinger Wilhelmshöhe mit dem Gartensaal erlebte Inge Hafner viele Feiern und die Unterschiede in der Nachkriegsgesellschaft mit: „Bei einer schwäbischen Hochzeit gab es Hefezopf mit wenig Butter drin, während die Flüchtlinge mit Cremetorten richtig auffuhren.“ Die oft katholischen Flüchtlinge brachen gewohnte Normen auf. „Die Unterschiede zwischen evangelisch und katholisch zogen sich wie ein roter Faden durch die 1950er Jahre“, berichtet Christel Köhle-Herzinger aus ihrem Spezialgebiet. Wenn katholische Flüchtlinge ihre Fronleichnamsprozession einführten, war das eine Provokation für einen evangelischen Ort. „Und die Flüchtlingsmädchen waren dann so schön angezogen, das galt als herausgeputzt und affig.“ Gemischtkonfessionelle Heiraten waren bis weit in die 1960er Jahre ein Problem und führten zu Konflikten und manchmal sogar zu Tragödien.

Männer- und Frauenrollen waren genau definiert, die Welten strikt getrennt. Die Mangstube und die Waschküche, der Hut- oder Korsettladen waren Frauenorte. Auch in der Küche hatte ein Mann nichts zu suchen. Im Gegensatz zu heute wurde ein kochender Mann schief angesehen, berichtet Köhle-Hezinger. „Man hat genau gewusst, was man zu tun und zu lassen hatte, die Strukturen waren klar.“ Dafür, so bekräftigen beide Kulturwissenschaftlerinnen, hatten Kinder wesentlich mehr Freiheiten. Sie waren mehr sich selbst überlassen, hatten aber auch schon mehr Aufgaben, wie etwa Inge Hafner, die in der Wirtschaft kaum, dass sie über die Theke schauen konnte, bereits den Verzehr der Gäste ausrechnete. „Die Kinder wuchsen ganz anders in die Welt hinein“, so das Fazit von Christel Köhle-Hezinger.

Wer kennt das nicht? Wer hat nicht selbst welche bei sich zuhause? Die Rede ist von Erinnerungsstücken aus der Kindheit. Gegenstände, von denen man sich nie trennen konnte, die einen durchs Leben begleiten, die jeden Umzug mitmachen und Erinnerungen an Kindheitstage in sich tragen. Oft sind sie eine Brücke zurück in scheinbar unbeschwerte Tage, zu geliebten Menschen oder Lebensphasen, die man bewahren möchte. Wir möchten sie ermutigen, die Erinnerungen aus der „guten alten Zeit“ mit uns zu teilen. Dazu möchten wir in der Post von Helene eine Reihe mit „Erinnerungsstücken“ starten, in der Sie uns Ihre Erlebnisse erzählen und so erlebte Geschichte lebendig halten. Wir würden uns freuen, wenn sie uns Ihre Erinnerungen per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden.

Alte Sorten schmecken: Das Genuss-Team probt schon mal digital

Teig machen Foto R DoluschitzFoto R DoluschitzWie schmeckt ein Krautkuchen aus Filderspitzkraut oder Alblinsen mit einem Schuss Rotwein und handgeschabten Spätzle? Die alten Obst- und Gemüsesorten sind für die Mitglieder des jüngsten Freiwilligenteams des Fördervereins kleine kulinarische Wundertüten und agrarische Kulturschätze, die große Aufmerksamkeit verdienen. Deshalb haben sich im vergangenen Jahr neunzehn Interessierte mit einer Leidenschaft für Lebensmittel mit Geschichte zusammengefunden. Als „Botschafter*innen für regionale Sorten und den Gartensaal“ oder kurz Genuss-Team genannt wollen sie das Museum mit seinem neuen Erlebnis.Genuss.Zentrum unterstützen.

Doch das Engagement war im Corona Jahr 2020 erst einmal auf Sparflamme gestellt. Geplante Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Die neue Schauküche blieb nur ganz wenigen kleineren Aktionen vorbehalten. Ende des Jahres tauchte deshalb die Idee auf, den digitalen Weg zu gehen. Im Dezember ging es los. Einzelne Genuss-Team-Mitglieder trafen sich in kleinen Gruppen in der Schauküche des Gartensaals und probierten Rezepte mit alten Sorten aus. Mit großem Abstand und unter Einhaltung aller Hygiene Vorschriften wurden Linsen geköchelt, Spätzle geschabt und Krautkuchen gebacken. Das Ergebnis wurde in Fotos festgehalten und auf die Social-Media-Kanäle und die Homepage des Museums gestellt.

Dort sind die Rezepte für Rotwein-Linsen und Spätzle, Krautkuchen und vegetarischer Krautsalat mittlerweile ein Hit.

Weitere Koch-Sessions mit dem schwarzen Winterrettich und Schupfnudeln aus der Sieglinden-Kartoffel stehen auf dem Programm. Während der Saison sollen dann auch historische Gemüsesorten aus den Museumsgärten verarbeitet werden. Und der Dickkopflandweizen vom Acker ist schon gedanklich zu Mehl verarbeitet und als Flachswickel eingeplant. Die große Hoffnung aber ist, bald schon nicht nur digital, sondern live Versucherle aus der Schauküche anbieten zu können.

 

Das Museum im Winter: Aufräumen, Ausbessern, Planen

Zaun im Winter Foto M SchäfflerFoto M. SchäfflerWenn das Museum im Winter geschlossen ist, wird hinter den Kulissen schwer gearbeitet. Das Wissenschaftler*innen-Team forscht und plant, entwickelt Konzepte und Aktionen; der praktische Museumsdienst ist auch in der ruhigen Jahreszeit fast täglich auf dem Gelände zugange.

Direkt nach der Schließung im November machen die Hausmeister das Museum winterfest. Alle Exponate außerhalb der Häuser werden eingesammelt, Leiterwägen und Körbe, Spielgeräte und Biertische in den Scheunen verstaut, Fensterläden geschlossen, Wasser und Strom abgedreht. „Bei 25 Häusern sind das mindestens zwei Wochen Arbeit“, rechnet Andreas Rapp vor, der Teamleiter des Museumsdienstes.

Dann werden die Sträucher und Bäume zurückgeschnitten, je nach Erfordernis mit einem Erhaltungs-Ertrags- oder Erziehungsschnitt, erklärt Andreas Rapp. Aus den Obstzweigen entstehen Krählesbüschel zum Anzünden des Backhauses, die Kopfweiden am Bach liefern die Ruten zum Verbinden der Hölzer des Ziegenzaunes nach historischen Vorlagen. Er ist besonders pflegeintensiv, der Maschendrahtzaun bei der Schreinerei hingegen weniger aufwändig. Da die Zäune zum jeweiligen Zeitschnitt der Häuser passen sind sie alle unterschiedlich. Neben den Routine-Instandsetzungen müssen diesen Winter die Vesperplätze grundlegend erneuert werden.

Zum Ende des Winters rücken die acht Museumsgärten ins Blickfeld. Die Praktiker und die wissenschaftlichen Mitarbeiter besprechen, wo welche historischen Sorten angebaut werden und welche Aktionen mit ihnen im Sommer geplant sind. Bereits Ende Februar steckt Andreas Rapp mit seinem Team die kleinen Zwiebelchen in die Erde, die sich später zu Stuttgarter Riesen auswachsen. Ein Teil des Saatguts stammt mittlerweile aus eigenem Anbau - vor allem die Bohnenkerne wie die Langenauer Stangenbohne, die Schwabenbohne oder die Neckarkönigin. Der Rubin-Rosenkohl durfte im Herbst im Garten des Genusszentrums ausreifen und Schoten bilden. Darüber hinaus bestellt Rapp rund 50 verschiedene seltene Samensorten wie etwa den Kopfsalat Wunder von Stuttgart oder den Blumenkohl Neckarperle.

Und auch die Nutzung der Äcker steht schon fest: mit Binkel, Emmer und Waldstaudenroggen. Manche der alten Sorten haben noch lange Halme. Damit wollen die Museumsmitarbeiter dann im Sommer demonstrieren, wie mit der Strohbandmaschine lange Zöpfe aus Stroh geflochten werden, um die Getreidegarben zusammenzubinden.

So vorbereitet kann nach der Winterpause das Frühjahr und die erhoffte Museumsöffnung kommen.

33 Jahre im Museumsbeirat: Prof. Christel Köhle-Hezinger

Prof Christel Koehle HezingerBild: Privat„Das Museum hat mich Jahrzehnte meines Lebens begleitet“, fasst Professorin Christel Köhle-Hezinger ihre Beziehung zum Freilichtmuseum Beuren zusammen. Seit 1987 prägt die Kulturwissenschaftlerin im Museumsbeirat die Entwicklung des Museums mit. Beschäftigt hat sie sich schon 1980 mit dem Thema. Ihre wissenschaftliche Studie zusammen mit Co-Autorin Karin Hebel für den Kreistag bildete den Grundstein für die Errichtung des Museums. „Ein Freilichtmuseum (…) darf weder Altersheim für Bauernhäuser noch ein Platz für rückwärtsgerichtete Tagträume sein“, lautete die Kernaussage damals, die bis heute den Takt vorgibt.

Christel Köhle-Hezinger verhehlt nicht, dass ihr - wie anderen Wissenschaftlern auch - ursprünglich ein Zentralmuseum für ganz Baden-Württemberg lieber gewesen wäre. Die Sorge, dass sich viele kleine Regionalmuseen gegenseitig mit nachgestellten Bauernhochzeiten und Folklorismus-Angeboten überbieten war groß. Heute aber ist sie mit der Entscheidung für sieben unterschiedlich verortete Freilichtmuseen im Reinen und froh, dass sie „eine überschaubare Größe haben“.

In Beuren begeistert sie die Lage in den Herbstwiesen. „Das Gelände ist so wunderschön in seiner Gesamtheit“ schwärmt sie. Zu den Häusern gehören auch die Bewohnergeschichten, die Gärten im jeweiligen Zeitschnitt, die Dokumentation der Zeit- und Lebensumstände. „Im kleinen Kosmos Freilichtmuseum spiegeln sich Haus-, Agrar-, Siedlungs- und Alltagsgeschichte“, sieht sie die Vorteile. „Es ermöglicht den Blick auf unsere Wurzeln, bietet Heimat, Identität und Identifikation.“ Die Mischung von Freizeitangebot und Bildungsherausforderung, von Erfreuen und Entdecken ist für die Wissenschaftlerin in Beuren ausgewogen, und das Museumsangebot hat sich für sie mit Vorträgen, Veranstaltungen und Themenführungen attraktiv entwickelt.

Besonders erfreut ist Christel Köhle-Hezinger, dass das Museum zu einem Ausflugsort für junge Familien geworden ist, an dem Kinder mit den ganz anderen Lebensumständen früherer Zeiten in Berührung kommen. „Das Schöne ist doch, dass jede Generation etwas anderes sieht und sich anders erinnert“, meint sie. Und ein Besuch im Freilichtmuseum gibt auch Fragen und Nachdenkliches mit auf den Weg - etwa über den Umgang mit Ressourcen, über verschiedene Daseinsformen und Lebensgeschwindigkeiten.

Nach über 33 Jahren will Christel Köhle-Hezinger jetzt Jüngeren im Beirat Platz machen. Dem Museum aber bleibt sie als Mitglied des Fördervereis verbunden, und die Herbstwiesen wird sie weiterhin gerne besuchen.
Für ihre über vier Jahrzehnte währende ehrenamtliche Beratung und Begleitung des Auf- und Ausbaus des Freilichtmuseums verlieh ihr Landrat Heinz Eininger die kleine goldene Medaille des Landkreises Esslingen.

Museumssaison 2020: Das Jubiläumsjahr unter Corona

Museum im WinterFoto: Felicitas WehnertAttraktive Veranstaltungen waren im Jubiläumsjahr zum 25jährigen Bestehen des Freilichtmuseums geplant. Dann kam die Pandemie und prägte die Saison. Bereits der Start am 29. März musste verschoben werden. Aber das Museumsteam machte mit viel Fantasie und Engagement das Beste daraus.

Doch zunächst einmal mussten 250 Gruppenbuchungen, viele Aktionen und Führungen abgesetzt werden. Besonders bitter waren die Absagen an die Schulklassen. Am 19. Mai konnte dann unter besonderen Auflagen eröffnet werden. Das Team hatte Wegeführungen und Hygienekonzepte erarbeitet, um den Besuch zu ermöglichen. Vor allem Familien mit Kindern nahmen das Angebot in der weitläufigen Anlage mit den Wiesen und Feldern gerne an. Auch der neue Grillplatz, ein Geschenk des Rotary- Clubs Nürtingen-Kirchheim in Zusammenarbeit mit der Philipp-Matthäus-Hahn Schule, fand im Sommer großen Anklang. Zudem bekam das Museum das Gütesiegel als familienfreundliche Einrichtung für die nächsten drei Jahre verliehen.

An das 25jährige Jubiläum erinnert im Eingangsbereich des Hauses Öschelbronn eine Ausstellung mit ausgewählten Exponaten. Im Tageslichtatelier des Fotografen Hofmann aus Kirchheim lud die Sonderausstellung „Posen wie früher“ zum Mitmachen ein. Das neue Erlebnis.Genuss.Zentrum bot ein reduziertes Angebot. Die acht Museumsgärten und die Felder wurden mit historischen Gemüse- und Getreidesorten bepflanzt und gewährten Einblicke in den einstigen Sortenreichtum. Im Sommer gab es Gemüse und Kräuter aus den Museumsgärten und im Herbst Streuobst zu kaufen. Dazuhin wurde Apfelsaft aus dem museumseigenen Obst angeboten.
Den Sommer über entstand eine Publikation mit Bewohnergeschichten. Zeitzeugen ließen in ihren Erzählungen die Museumsbauten lebendig werden.

Das Museumsteam nutzte die Zeit auch zum Ausprobieren neuer Vermittlungsformate. Für das Haus Öschelbronn, das Wohn-Stall-Haus und die Scheuer aus Beuren entstanden so virtuelle Zeitreisen, wie man früher in diesen Häusern arbeitete und wohnte. Aufnahmen mit einer 360 Grad Panoramakamera, kurze Filme, Grafiken und Texte geben Einblicke in die Besonderheiten des Baus und der Bewohner.

Zwar erreichten im Corona-Jahr die Veranstaltungen nicht die Schlagzahl sonstiger Jahre. Aber trotz der verkürzten Saison und der eingeschränkten Bedingungen fanden erfreulicherweise 30.000 Besucher den Weg ins Museum.

Neu im Museumsteam: Dr. Petra Naumann

BlumengartenFoto: Petra NaumannSeit 1.Oktober 2020 ist Dr. Petra Naumann die neue Sachgebietsleiterin Forschung und Vermittlung. Sie stammt aus Marburg in Hessen. Dort hat sie auch studiert und an diversen Museen gearbeitet - die letzten zehn Jahre im Freilichtmuseum Hessenpark im Taunus, davon neun Jahre als wissenschaftliche Leiterin. Jetzt, nachdem die drei Kinder ihrer Patchworkfamilie weitgehend flügge sind, stand erstmals ein Ortswechsel an – mit Beuren als Favorit.

Dort warten viele Aufgaben auf sie: der Umzug des Depots, eine Neuauflage der Hausgeschichten, die Konzeption neuer Ausstellungen. Erfahrungen mit einem Förderverein hat sie vom Hessenpark her. Auch dort hätten ohne die Unterstützung der rund 9 000 Mitglieder viele Projekte nicht verwirklicht werden können.

Das Freilichtmuseum in Beuren ist für Dr. Petra Naumann etwas ganz Besonderes. Als eines der jüngsten seiner Art stellt es vor allem die ländliche Alltagskultur in den Mittelpunkt. Dies ermögliche die Konzentration auf Themen, die sich heute als äußerst zukunftsträchtig erweisen: „Die Geschichte unserer Ernährung, die Herstellung von Lebensmitteln, der Nachhaltigkeitsgedanke oder der Erhalt wichtiger Elemente der Kulturlandschaft“, zählt sie auf.

Sie kenne kein anderes Freilichtmuseum, das eine so konsequente inhaltliche Entwicklung vorangetrieben habe, wie das in Beuren. Das zeige sich gerade in der Anlage und liebevollen Pflege der Hausgärten. Und ihr Lieblingsort? Der Flüchtlingsgarten mit den „Pflanzen mit Migrationshintergrund“ beim Tagelöhnerhaus aus Weidenstetten mit den schwirrenden Schmetterlingen und Bienen wurde bereits bei den ersten Besuchen im letzten Sommer ein haushoher Favorit.

Spendenprojet Badger MeterAm 30. September wurde eine weitere Spende im Rahmen des diesjährigen Azubiprojekts überreicht. Hierfür haben unsere Auszubildenden und dualen Studenten dem Freilichtmuseum Beuren einen Besuch abgestattet und die Spende an Museumsleiterin Steffi Cornelius und Heiko Kaiser (Schatzmeister vom Förderverein Freilichtmuseum Beuren e.V.) für den Förderverein Freilichtmuseum Beuren e.V. übergeben. Der Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Freilichtmuseum Beuren im Auf- und Ausbau zu unterstützen. Gern helfen wir dieses wichtige kulturelle Gut zu erhalten und weiter zu führen.

 

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