LOGO FOEV Hauptgrafik Giesskannen

25 Jahre Förderverein - Jubiläumsfest am 14. Juli 2019

Jubilaeumsfest 2019 Der Förderverein ist älter als das Museum? In der Tat wurde der Förderverein bereits vor der Eröffnung des Freilichtmuseums in Beuren gegründet. Eins ist gewiss: Ohne den Förderverein sähe das Museum heute anders aus. Im vergangenen Vierteljahrhundert hat der Verein viel bewegt, initiiert und ermöglicht. Um dies zu feiern wurde das diesjährige Museumsfest breiter als bislang angelegt.

Weiterlesen ...

Botschafter*in für regionale Sorten mit Tradition

Erlebnis.Genuss.ZentrumDer Förderverein möchte mit einem neuen Team zur weiteren Belebung des Freilichtmuseums, hier speziell des neuen Erlebnis- und Genusszentrums und dem Gartensaal aus Geislingen, beitragen. Gesucht werden rund 10 Personen, die in Zweierteams aktiv sind.  

Weiterlesen ...

Förderverein als Wegbegleiter bei neuen Museumsschwerpunkten

Schirm 2019 Henzler

Das Jahr 2019 war erneut ein Museumsjahr, das zahlreiche Neuerungen mit sich brachte. Der Förderverein des Freilichtmuseums Beuren war dabei Triebfeder und Wegbegleiter.
Ohne zu übertreiben ist es dem Engagement des Fördervereins zu verdanken, dass im Erlebnis- und Genusszentrum künftig gekocht werden kann.

Weiterlesen ...

Wer kennt das nicht? Wer hat nicht selbst welche bei sich zuhause? Die Rede ist von Erinnerungsstücken aus der Kindheit. Gegenstände, von denen man sich nie trennen konnte, die einen durchs Leben begleiten, die jeden Umzug mitmachen und Erinnerungen an Kindheitstage in sich tragen. Oft sind sie eine Brücke zurück in scheinbar unbeschwerte Tage, zu geliebten Menschen oder Lebensphasen, die man bewahren möchte. Wir möchten sie ermutigen, die Erinnerungen aus der „guten alten Zeit“ mit uns zu teilen. Dazu möchten wir in der Post von Helene eine Reihe mit „Erinnerungsstücken“ starten, in der Sie uns Ihre Erlebnisse erzählen und so erlebte Geschichte lebendig halten. Wir würden uns freuen, wenn sie uns Ihre Erinnerungen per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden.

Alte Sorten schmecken: Das Genuss-Team probt schon mal digital

Teig machen Foto R DoluschitzFoto R DoluschitzWie schmeckt ein Krautkuchen aus Filderspitzkraut oder Alblinsen mit einem Schuss Rotwein und handgeschabten Spätzle? Die alten Obst- und Gemüsesorten sind für die Mitglieder des jüngsten Freiwilligenteams des Fördervereins kleine kulinarische Wundertüten und agrarische Kulturschätze, die große Aufmerksamkeit verdienen. Deshalb haben sich im vergangenen Jahr neunzehn Interessierte mit einer Leidenschaft für Lebensmittel mit Geschichte zusammengefunden. Als „Botschafter*innen für regionale Sorten und den Gartensaal“ oder kurz Genuss-Team genannt wollen sie das Museum mit seinem neuen Erlebnis.Genuss.Zentrum unterstützen.

Doch das Engagement war im Corona Jahr 2020 erst einmal auf Sparflamme gestellt. Geplante Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Die neue Schauküche blieb nur ganz wenigen kleineren Aktionen vorbehalten. Ende des Jahres tauchte deshalb die Idee auf, den digitalen Weg zu gehen. Im Dezember ging es los. Einzelne Genuss-Team-Mitglieder trafen sich in kleinen Gruppen in der Schauküche des Gartensaals und probierten Rezepte mit alten Sorten aus. Mit großem Abstand und unter Einhaltung aller Hygiene Vorschriften wurden Linsen geköchelt, Spätzle geschabt und Krautkuchen gebacken. Das Ergebnis wurde in Fotos festgehalten und auf die Social-Media-Kanäle und die Homepage des Museums gestellt.

Dort sind die Rezepte für Rotwein-Linsen und Spätzle, Krautkuchen und vegetarischer Krautsalat mittlerweile ein Hit.

Weitere Koch-Sessions mit dem schwarzen Winterrettich und Schupfnudeln aus der Sieglinden-Kartoffel stehen auf dem Programm. Während der Saison sollen dann auch historische Gemüsesorten aus den Museumsgärten verarbeitet werden. Und der Dickkopflandweizen vom Acker ist schon gedanklich zu Mehl verarbeitet und als Flachswickel eingeplant. Die große Hoffnung aber ist, bald schon nicht nur digital, sondern live Versucherle aus der Schauküche anbieten zu können.

 

Das Museum im Winter: Aufräumen, Ausbessern, Planen

Zaun im Winter Foto M SchäfflerFoto M. SchäfflerWenn das Museum im Winter geschlossen ist, wird hinter den Kulissen schwer gearbeitet. Das Wissenschaftler*innen-Team forscht und plant, entwickelt Konzepte und Aktionen; der praktische Museumsdienst ist auch in der ruhigen Jahreszeit fast täglich auf dem Gelände zugange.

Direkt nach der Schließung im November machen die Hausmeister das Museum winterfest. Alle Exponate außerhalb der Häuser werden eingesammelt, Leiterwägen und Körbe, Spielgeräte und Biertische in den Scheunen verstaut, Fensterläden geschlossen, Wasser und Strom abgedreht. „Bei 25 Häusern sind das mindestens zwei Wochen Arbeit“, rechnet Andreas Rapp vor, der Teamleiter des Museumsdienstes.

Dann werden die Sträucher und Bäume zurückgeschnitten, je nach Erfordernis mit einem Erhaltungs-Ertrags- oder Erziehungsschnitt, erklärt Andreas Rapp. Aus den Obstzweigen entstehen Krählesbüschel zum Anzünden des Backhauses, die Kopfweiden am Bach liefern die Ruten zum Verbinden der Hölzer des Ziegenzaunes nach historischen Vorlagen. Er ist besonders pflegeintensiv, der Maschendrahtzaun bei der Schreinerei hingegen weniger aufwändig. Da die Zäune zum jeweiligen Zeitschnitt der Häuser passen sind sie alle unterschiedlich. Neben den Routine-Instandsetzungen müssen diesen Winter die Vesperplätze grundlegend erneuert werden.

Zum Ende des Winters rücken die acht Museumsgärten ins Blickfeld. Die Praktiker und die wissenschaftlichen Mitarbeiter besprechen, wo welche historischen Sorten angebaut werden und welche Aktionen mit ihnen im Sommer geplant sind. Bereits Ende Februar steckt Andreas Rapp mit seinem Team die kleinen Zwiebelchen in die Erde, die sich später zu Stuttgarter Riesen auswachsen. Ein Teil des Saatguts stammt mittlerweile aus eigenem Anbau - vor allem die Bohnenkerne wie die Langenauer Stangenbohne, die Schwabenbohne oder die Neckarkönigin. Der Rubin-Rosenkohl durfte im Herbst im Garten des Genusszentrums ausreifen und Schoten bilden. Darüber hinaus bestellt Rapp rund 50 verschiedene seltene Samensorten wie etwa den Kopfsalat Wunder von Stuttgart oder den Blumenkohl Neckarperle.

Und auch die Nutzung der Äcker steht schon fest: mit Binkel, Emmer und Waldstaudenroggen. Manche der alten Sorten haben noch lange Halme. Damit wollen die Museumsmitarbeiter dann im Sommer demonstrieren, wie mit der Strohbandmaschine lange Zöpfe aus Stroh geflochten werden, um die Getreidegarben zusammenzubinden.

So vorbereitet kann nach der Winterpause das Frühjahr und die erhoffte Museumsöffnung kommen.

Wirtstochter Inge Hafner erinnert sich

Speisenkarte Wilhelmshöhe Speisenkarte Wilhelmshöhe                              Reproduktion Freilichtmuseum BeurenTellersulz zum Vesper, Hirnsuppe, gemischter Braten mit Spätzle und grünem Salat als Hochzeitsmenü und zum Nachtisch Ananas gekrönt von einer Maraschino-Kirsche und einem Klacks Sahne - die Speisekarten der Geislinger Gaststätte Wilhelmshöhe verraten viel über die Lieblingsgerichte in den 1950er und 60er Jahren. Zusammen mit dem Gartensaal fanden sie im Freilichtmuseum Beuren ihren Platz und erzählen vom Wirtshausleben im vergangenen Jahrhundert.

Inge Hafner, die Tochter des letzten Wirtsehepaares und heute im Vorstand des Fördervereins des Freilichtmuseums Beuren, weiß noch gut, wie sie als Kind kräftig hinter der Theke mithalf. Und wenn sie die alten Organisationspläne anschaut, empfindet sie große Bewunderung für die Leistung ihrer Mutter. „Die hat mit nur zwei Hilfskräften Veranstaltungen mit bis zu 300 Menschen bewältigt“, erinnert sie sich: „Abschlussbälle der Tanzstunde, Vereinsfeste und vor allem Hochzeiten“. In den 1960er Jahren war eine Eisbombe die Krönung des festlichen Menüs. „Die brachte der Konditor unten von der Stadt mit dem Auto hoch auf den Berg“, erzählt sie weiter, „und oben standen schon Koch und Bedienungen mit gezücktem Messer, um sie schnell zu verteilen, bevor sie sich auflöste“.

Daneben spiegeln die Speisekarten den normalen Ausflugsbetrieb mit Schnitzel und Schinkenwurst, Wein-Viertele und Limonade. Neben den Speisekarten fanden auch die Theke, Geschirr und Besteck Eingang ins Museum. Damit verbindet Inge Hafner besondere Erinnerungen.
„Nach dem Krieg gab es noch viele Messer und Gabeln aus Aluminium“, weiß sie. Vor allem ihre Mutter verwandte ihren ganzen Ehrgeiz darauf, sie gegen hochwertiges Besteck aus der ortsansässigen WMF-Fabrik auszutauschen. Lange noch wurde ein Gutteil der Einnahmen in die Ausstattung investiert.

Heute freut sich Inge Hafner daran, dass die Gaststätte ihrer Kindheit im Freilichtmuseum Beuren als Erlebnis.Genuss.Zentrum weiterlebt: „Was kann es Schöneres geben, wenn die Erbschaft weitergetragen wird und künftigen Genüssen mit alten Obst- und Gemüsesorten dient.“

33 Jahre im Museumsbeirat: Prof. Christel Köhle-Hezinger

Prof Christel Koehle HezingerBild: Privat„Das Museum hat mich Jahrzehnte meines Lebens begleitet“, fasst Professorin Christel Köhle-Hezinger ihre Beziehung zum Freilichtmuseum Beuren zusammen. Seit 1987 prägt die Kulturwissenschaftlerin im Museumsbeirat die Entwicklung des Museums mit. Beschäftigt hat sie sich schon 1980 mit dem Thema. Ihre wissenschaftliche Studie zusammen mit Co-Autorin Karin Hebel für den Kreistag bildete den Grundstein für die Errichtung des Museums. „Ein Freilichtmuseum (…) darf weder Altersheim für Bauernhäuser noch ein Platz für rückwärtsgerichtete Tagträume sein“, lautete die Kernaussage damals, die bis heute den Takt vorgibt.

Christel Köhle-Hezinger verhehlt nicht, dass ihr - wie anderen Wissenschaftlern auch - ursprünglich ein Zentralmuseum für ganz Baden-Württemberg lieber gewesen wäre. Die Sorge, dass sich viele kleine Regionalmuseen gegenseitig mit nachgestellten Bauernhochzeiten und Folklorismus-Angeboten überbieten war groß. Heute aber ist sie mit der Entscheidung für sieben unterschiedlich verortete Freilichtmuseen im Reinen und froh, dass sie „eine überschaubare Größe haben“.

In Beuren begeistert sie die Lage in den Herbstwiesen. „Das Gelände ist so wunderschön in seiner Gesamtheit“ schwärmt sie. Zu den Häusern gehören auch die Bewohnergeschichten, die Gärten im jeweiligen Zeitschnitt, die Dokumentation der Zeit- und Lebensumstände. „Im kleinen Kosmos Freilichtmuseum spiegeln sich Haus-, Agrar-, Siedlungs- und Alltagsgeschichte“, sieht sie die Vorteile. „Es ermöglicht den Blick auf unsere Wurzeln, bietet Heimat, Identität und Identifikation.“ Die Mischung von Freizeitangebot und Bildungsherausforderung, von Erfreuen und Entdecken ist für die Wissenschaftlerin in Beuren ausgewogen, und das Museumsangebot hat sich für sie mit Vorträgen, Veranstaltungen und Themenführungen attraktiv entwickelt.

Besonders erfreut ist Christel Köhle-Hezinger, dass das Museum zu einem Ausflugsort für junge Familien geworden ist, an dem Kinder mit den ganz anderen Lebensumständen früherer Zeiten in Berührung kommen. „Das Schöne ist doch, dass jede Generation etwas anderes sieht und sich anders erinnert“, meint sie. Und ein Besuch im Freilichtmuseum gibt auch Fragen und Nachdenkliches mit auf den Weg - etwa über den Umgang mit Ressourcen, über verschiedene Daseinsformen und Lebensgeschwindigkeiten.

Nach über 33 Jahren will Christel Köhle-Hezinger jetzt Jüngeren im Beirat Platz machen. Dem Museum aber bleibt sie als Mitglied des Fördervereis verbunden, und die Herbstwiesen wird sie weiterhin gerne besuchen.
Für ihre über vier Jahrzehnte währende ehrenamtliche Beratung und Begleitung des Auf- und Ausbaus des Freilichtmuseums verlieh ihr Landrat Heinz Eininger die kleine goldene Medaille des Landkreises Esslingen.

Museumssaison 2020: Das Jubiläumsjahr unter Corona

Museum im WinterFoto: Felicitas WehnertAttraktive Veranstaltungen waren im Jubiläumsjahr zum 25jährigen Bestehen des Freilichtmuseums geplant. Dann kam die Pandemie und prägte die Saison. Bereits der Start am 29. März musste verschoben werden. Aber das Museumsteam machte mit viel Fantasie und Engagement das Beste daraus.

Doch zunächst einmal mussten 250 Gruppenbuchungen, viele Aktionen und Führungen abgesetzt werden. Besonders bitter waren die Absagen an die Schulklassen. Am 19. Mai konnte dann unter besonderen Auflagen eröffnet werden. Das Team hatte Wegeführungen und Hygienekonzepte erarbeitet, um den Besuch zu ermöglichen. Vor allem Familien mit Kindern nahmen das Angebot in der weitläufigen Anlage mit den Wiesen und Feldern gerne an. Auch der neue Grillplatz, ein Geschenk des Rotary- Clubs Nürtingen-Kirchheim in Zusammenarbeit mit der Philipp-Matthäus-Hahn Schule, fand im Sommer großen Anklang. Zudem bekam das Museum das Gütesiegel als familienfreundliche Einrichtung für die nächsten drei Jahre verliehen.

An das 25jährige Jubiläum erinnert im Eingangsbereich des Hauses Öschelbronn eine Ausstellung mit ausgewählten Exponaten. Im Tageslichtatelier des Fotografen Hofmann aus Kirchheim lud die Sonderausstellung „Posen wie früher“ zum Mitmachen ein. Das neue Erlebnis.Genuss.Zentrum bot ein reduziertes Angebot. Die acht Museumsgärten und die Felder wurden mit historischen Gemüse- und Getreidesorten bepflanzt und gewährten Einblicke in den einstigen Sortenreichtum. Im Sommer gab es Gemüse und Kräuter aus den Museumsgärten und im Herbst Streuobst zu kaufen. Dazuhin wurde Apfelsaft aus dem museumseigenen Obst angeboten.
Den Sommer über entstand eine Publikation mit Bewohnergeschichten. Zeitzeugen ließen in ihren Erzählungen die Museumsbauten lebendig werden.

Das Museumsteam nutzte die Zeit auch zum Ausprobieren neuer Vermittlungsformate. Für das Haus Öschelbronn, das Wohn-Stall-Haus und die Scheuer aus Beuren entstanden so virtuelle Zeitreisen, wie man früher in diesen Häusern arbeitete und wohnte. Aufnahmen mit einer 360 Grad Panoramakamera, kurze Filme, Grafiken und Texte geben Einblicke in die Besonderheiten des Baus und der Bewohner.

Zwar erreichten im Corona-Jahr die Veranstaltungen nicht die Schlagzahl sonstiger Jahre. Aber trotz der verkürzten Saison und der eingeschränkten Bedingungen fanden erfreulicherweise 30.000 Besucher den Weg ins Museum.

AmtsstubeFoto: Sven FalkDie Amtsstube im Rathaus aus Häslach erinnert Hans Weil, den Vorstandsvorsitzenden des Fördervereins, an seine eigene Laufbahn als Verwaltungsexperte und langjähriger Bürgermeister von Köngen. Vor allem das Stempelkarussell hat ihn sein ganzes Berufsleben begleitet.

Das Gebäude aus Häslach entstand 1789 als Schulhaus mit Lehrerwohnung. 1878 kam zusätzlich die Funktion als Rathaus hinzu. Bis zum Abbau 1989 wurde es mehrmals umgebaut. Im Freilichtmuseum Beuren ist es als typisches württembergisches Dorfrathaus im Zeitschnitt von 1963 eingerichtet: Mit den Original Büromöbeln aus Häslach, dem schwarzem Schnurtelefon, einer Tastenschreibmaschine, einem Tresor und einem Stempelkarussell. 

StempelkarusellFoto: Sven FalkDie Utensilien sind Hans Weil bestens vertraut. Ähnlich sahen die Amtsstuben noch aus, als er 1967 in Löwenstein seine Ausbildung begann. Und er weiß auch den Tresor sofort einzuordnen: „Damals wurden viele Löhne an die Gemeindemitarbeiter noch bar ausbezahlt“ erzählt er. Doch nicht nur Geld wurde im Panzerschrank aufbewahrt, erinnert er sich: „Nachts wurden auch die Stempel im Panzerschrank eingeschlossen, damit keiner mit den Hoheitszeichen Unfug treiben konnte.“

Und auch im digitalen Zeitalter spielen Stempel immer noch eine gewichtige Rolle - als Zeichen der Glaubwürdigkeit und Entscheidungsbefugnis. Vielleicht verschwinden sie einmal im Postumlauf, wo sie das Eingangsdatum dokumentieren oder festhalten, ob eine Rechnung bezahlt wurde. Völlig unverzichtbar sind die Dienstsiegel aber als Teil einer Urkunde - etwa auf dem Standesamt bei Geburt, Heirat oder Tod. Sie stellen sicher, dass das Dokument nicht verfälscht werden kann.

Heute freilich ließe sich eine Kommune nicht mehr von so einem kleinen Raum aus mit den wenigen Utensilien wie im Häslacher Rathaus dirigieren. Schon innerhalb seiner Amtszeit als Bürgermeister von Köngen von 1982 bis 2014 haben sich für Hans Weil die Aufgaben im Rathaus gewaltig verändert. Etliche Bereiche sind vielfältiger geworden, andere neu hinzugekommen - die Überwachung des öffentlichen Verkehrs beispielsweise, das ganze kommunale Ordnungswesen, der schulische Bereich, die Kinderbetreuungen, das Zusammenspiel mit anderen Kommunen und den Landkreisen. Eines aber ist gleichgeblieben: dass eine amtliche Urkunde erst durch den Stempel als Dienstsiegel wirksam wird.

Neu im Museumsteam: Dr. Petra Naumann

BlumengartenFoto: Petra NaumannSeit 1.Oktober 2020 ist Dr. Petra Naumann die neue Sachgebietsleiterin Forschung und Vermittlung. Sie stammt aus Marburg in Hessen. Dort hat sie auch studiert und an diversen Museen gearbeitet - die letzten zehn Jahre im Freilichtmuseum Hessenpark im Taunus, davon neun Jahre als wissenschaftliche Leiterin. Jetzt, nachdem die drei Kinder ihrer Patchworkfamilie weitgehend flügge sind, stand erstmals ein Ortswechsel an – mit Beuren als Favorit.

Dort warten viele Aufgaben auf sie: der Umzug des Depots, eine Neuauflage der Hausgeschichten, die Konzeption neuer Ausstellungen. Erfahrungen mit einem Förderverein hat sie vom Hessenpark her. Auch dort hätten ohne die Unterstützung der rund 9 000 Mitglieder viele Projekte nicht verwirklicht werden können.

Das Freilichtmuseum in Beuren ist für Dr. Petra Naumann etwas ganz Besonderes. Als eines der jüngsten seiner Art stellt es vor allem die ländliche Alltagskultur in den Mittelpunkt. Dies ermögliche die Konzentration auf Themen, die sich heute als äußerst zukunftsträchtig erweisen: „Die Geschichte unserer Ernährung, die Herstellung von Lebensmitteln, der Nachhaltigkeitsgedanke oder der Erhalt wichtiger Elemente der Kulturlandschaft“, zählt sie auf.

Sie kenne kein anderes Freilichtmuseum, das eine so konsequente inhaltliche Entwicklung vorangetrieben habe, wie das in Beuren. Das zeige sich gerade in der Anlage und liebevollen Pflege der Hausgärten. Und ihr Lieblingsort? Der Flüchtlingsgarten mit den „Pflanzen mit Migrationshintergrund“ beim Tagelöhnerhaus aus Weidenstetten mit den schwirrenden Schmetterlingen und Bienen wurde bereits bei den ersten Besuchen im letzten Sommer ein haushoher Favorit.

Spendenprojet Badger MeterAm 30. September wurde eine weitere Spende im Rahmen des diesjährigen Azubiprojekts überreicht. Hierfür haben unsere Auszubildenden und dualen Studenten dem Freilichtmuseum Beuren einen Besuch abgestattet und die Spende an Museumsleiterin Steffi Cornelius und Heiko Kaiser (Schatzmeister vom Förderverein Freilichtmuseum Beuren e.V.) für den Förderverein Freilichtmuseum Beuren e.V. übergeben. Der Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Freilichtmuseum Beuren im Auf- und Ausbau zu unterstützen. Gern helfen wir dieses wichtige kulturelle Gut zu erhalten und weiter zu führen.

 

Aktuelle Informationen