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Alte Sorten schmecken: Das Genuss-Team probt schon mal digital

Teig machen Foto R DoluschitzFoto R DoluschitzWie schmeckt ein Krautkuchen aus Filderspitzkraut oder Alblinsen mit einem Schuss Rotwein und handgeschabten Spätzle? Die alten Obst- und Gemüsesorten sind für die Mitglieder des jüngsten Freiwilligenteams des Fördervereins kleine kulinarische Wundertüten und agrarische Kulturschätze, die große Aufmerksamkeit verdienen. Deshalb haben sich im vergangenen Jahr neunzehn Interessierte mit einer Leidenschaft für Lebensmittel mit Geschichte zusammengefunden. Als „Botschafter*innen für regionale Sorten und den Gartensaal“ oder kurz Genuss-Team genannt wollen sie das Museum mit seinem neuen Erlebnis.Genuss.Zentrum unterstützen.

Doch das Engagement war im Corona Jahr 2020 erst einmal auf Sparflamme gestellt. Geplante Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Die neue Schauküche blieb nur ganz wenigen kleineren Aktionen vorbehalten. Ende des Jahres tauchte deshalb die Idee auf, den digitalen Weg zu gehen. Im Dezember ging es los. Einzelne Genuss-Team-Mitglieder trafen sich in kleinen Gruppen in der Schauküche des Gartensaals und probierten Rezepte mit alten Sorten aus. Mit großem Abstand und unter Einhaltung aller Hygiene Vorschriften wurden Linsen geköchelt, Spätzle geschabt und Krautkuchen gebacken. Das Ergebnis wurde in Fotos festgehalten und auf die Social-Media-Kanäle und die Homepage des Museums gestellt.

Dort sind die Rezepte für Rotwein-Linsen und Spätzle, Krautkuchen und vegetarischer Krautsalat mittlerweile ein Hit.

Weitere Koch-Sessions mit dem schwarzen Winterrettich und Schupfnudeln aus der Sieglinden-Kartoffel stehen auf dem Programm. Während der Saison sollen dann auch historische Gemüsesorten aus den Museumsgärten verarbeitet werden. Und der Dickkopflandweizen vom Acker ist schon gedanklich zu Mehl verarbeitet und als Flachswickel eingeplant. Die große Hoffnung aber ist, bald schon nicht nur digital, sondern live Versucherle aus der Schauküche anbieten zu können.