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Das Museum im Winter: Aufräumen, Ausbessern, Planen

Zaun im Winter Foto M SchäfflerFoto M. SchäfflerWenn das Museum im Winter geschlossen ist, wird hinter den Kulissen schwer gearbeitet. Das Wissenschaftler*innen-Team forscht und plant, entwickelt Konzepte und Aktionen; der praktische Museumsdienst ist auch in der ruhigen Jahreszeit fast täglich auf dem Gelände zugange.

Direkt nach der Schließung im November machen die Hausmeister das Museum winterfest. Alle Exponate außerhalb der Häuser werden eingesammelt, Leiterwägen und Körbe, Spielgeräte und Biertische in den Scheunen verstaut, Fensterläden geschlossen, Wasser und Strom abgedreht. „Bei 25 Häusern sind das mindestens zwei Wochen Arbeit“, rechnet Andreas Rapp vor, der Teamleiter des Museumsdienstes.

Dann werden die Sträucher und Bäume zurückgeschnitten, je nach Erfordernis mit einem Erhaltungs-Ertrags- oder Erziehungsschnitt, erklärt Andreas Rapp. Aus den Obstzweigen entstehen Krählesbüschel zum Anzünden des Backhauses, die Kopfweiden am Bach liefern die Ruten zum Verbinden der Hölzer des Ziegenzaunes nach historischen Vorlagen. Er ist besonders pflegeintensiv, der Maschendrahtzaun bei der Schreinerei hingegen weniger aufwändig. Da die Zäune zum jeweiligen Zeitschnitt der Häuser passen sind sie alle unterschiedlich. Neben den Routine-Instandsetzungen müssen diesen Winter die Vesperplätze grundlegend erneuert werden.

Zum Ende des Winters rücken die acht Museumsgärten ins Blickfeld. Die Praktiker und die wissenschaftlichen Mitarbeiter besprechen, wo welche historischen Sorten angebaut werden und welche Aktionen mit ihnen im Sommer geplant sind. Bereits Ende Februar steckt Andreas Rapp mit seinem Team die kleinen Zwiebelchen in die Erde, die sich später zu Stuttgarter Riesen auswachsen. Ein Teil des Saatguts stammt mittlerweile aus eigenem Anbau - vor allem die Bohnenkerne wie die Langenauer Stangenbohne, die Schwabenbohne oder die Neckarkönigin. Der Rubin-Rosenkohl durfte im Herbst im Garten des Genusszentrums ausreifen und Schoten bilden. Darüber hinaus bestellt Rapp rund 50 verschiedene seltene Samensorten wie etwa den Kopfsalat Wunder von Stuttgart oder den Blumenkohl Neckarperle.

Und auch die Nutzung der Äcker steht schon fest: mit Binkel, Emmer und Waldstaudenroggen. Manche der alten Sorten haben noch lange Halme. Damit wollen die Museumsmitarbeiter dann im Sommer demonstrieren, wie mit der Strohbandmaschine lange Zöpfe aus Stroh geflochten werden, um die Getreidegarben zusammenzubinden.

So vorbereitet kann nach der Winterpause das Frühjahr und die erhoffte Museumsöffnung kommen.