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Ausflugstipps ins Elsass

- zum Écomusée und den Textilmuseen

Im Herbst lockt das benachbarte Elsass zu Erkundungstouren - kaum zwei Autostunden entfernt. Im Écomusée in Ungersheim und den beiden Textilmuseen in Mulhouse und Wesserling kann man sehen, wie die Nachbarn ländliche Kultur und handwerkliche Tradition ausstellen und Anregungen holen.

Das Elsass im Dreiländereck zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz ist reich an Kultur und Naturschönheiten, mit Kunstwerken von Weltrang in Straßburg und Colmar, mit anheimelnden Fachwerkdörfern, ausgedehnten Weinlagen und bodenständigen Genüssen.

Einen Einblick in das ländliche Leben im Elsass zwischen 1850 und 1950 gibt das Écomusée in Ungersheim, das größte Freilichtmuseum Frankreichs. Es ist wie ein elsässisches Dorf Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut mit 75 Gebäuden - mit Bahnhof, Schule und Sägewerk, mit Bauernhäusern und Handwerksstätten. Darin zeigen Töpfer, Bäcker, Sattler, Schuster, Schmied, Barbier, Küfer und Korbflechter ihr Handwerk. Auf fast jedem Dach nistet ein Storchenpaar, im zentralen Restaurant gibt es Flammkuchen und Baeckerofen und in kleinen Holzhäuschen kann man übernachten. Seit 2015 entsteht ein neues Museumsviertel zum Wohnen und Zusammenleben von Morgen.

Écomusée d´Alsace, Chemin du Grosswald F-68190 Ungersheim; Öffnungszeiten bis 7.11. und vom 27.11. -2.1.2022 jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr außer montags

Programm - Écomusée d'Alsace (ecomusee.alsace)

IMG 8000Foto: Manfred SchäfflerUnweit entfernt am Rande der Vogesen ist der Parc de Wesserling. Das elsässische Freilichtmuseum für Textilgeschichte ist auf dem weitläufigen Gelände der einstigen königlichen Manufaktur angesiedelt. In dem einst europaweit größten Stoffdruck-Unternehmen wurden vor allem die mit exotischen und farbenfrohen Mustern bedruckten „Indienne“ Baumwollstoffe hergestellt. Neben dem Textilmuseum laden die unterschiedlichen Gärten und die modernen Ateliers für junge Modedesigner und Kunsthandwerker zu Entdeckungen ein. Wer sich weiter über die Tradition des Stoffdrucks informieren will wird in Mulhouse im Stoffdruckmuseum fündig. Parc de Wesserling: F-68470 Husseren-Wesserling, bis 10.10. täglich 10.00 -18.00 Uhr, 11.10.-30.12. Mi-So 13.00-17.00 Uhr Textilmuseum - Wesserling Park (parc-wesserling.fr)

Musée de l´Impression sur Etoffes (Stoffdruckmuseum), außer Mo 10 -12 u.14 -17 Uhr     14 rue de Jean-Jacques Henner, F-68100 Mulhouse

Foto: Manfred Schäffler

 

Stoffdruckmuseum - Musées Mulhouse Sud Alsace (musees-mulhouse.fr)

Aber das Elsass birgt noch viel mehr Geschichten. Die Staufer haben Spuren hinterlassen und das Elsass zur burgenreichsten Region Europas gemacht. Sie künden von großer Vergangenheit wie die Ruine Fleckenstein im Norden oder von Mittelalter-Träumen wie die Haut-Koenigsbourg Richtung Süden.

Frühe Manufakturen entstanden in dieser wald- und wasserreichen Gegend. In Jaegerthal ist die Wiege der Eisenindustrie, im nahen Wingen-sur-Moder siedelte sich der Pariser Designer-Star René Lalique an, bekannt durch Parfumflakons, Jugendstilschmuck und Glaswaren. Im Haguenauer Forst holten die Töpfer von Soufflenheim und Betschdorf ihren Ton. In Pechelbronn sprudelte das Erdöl und im Val d`Argent wurde nach Silber gegraben.

Von den Vogesentälern aus belieferten Textilmanufakturen die ganze wohlhabende Welt mit ihren Stoffdrucken und Indienne-Mustern. Und nicht zuletzt ist das Elsass die Heimat von Albert Schweitzer, der mit seinem Lambaréné-Hospital ein frühes Signal der Entwicklungshilfe setzte.

Das Musée judeo-alsacien in Bouxwiller erinnert an das jüdische Erbe. Und die Maginot Linie ist das sichtbarste Zeichen für die wechselvolle Geschichte der Region mit viermaligem Wechsel der Zugehörigkeit zu Deutschland und Frankreich in den letzten 150 Jahren.

9783763028603frontDiese und noch viel mehr Geschichten verbunden mit Halbtageswanderungen gibt es zu lesen in dem neuen Buch von Felicitas Wehnert: „Mit Geist und Füßen im Elsass – Was Landschaften erzählen“, Belser/Kosmos Verlag, ISBN 987-3-7630-2860-3, 16€