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Einblicke von Albrecht Bedal

Bedal Albrecht DSC08916Während einer sommerlichen Sonntags-Matinée im Freilichtmuseum Beuren gab der Bauhistoriker und langjährige Leiter des Hohenloher Freilichtmuseums Albrecht Bedal Einblicke in seine Forschungen. In seinem Vortrag „Spätmittelalterliche Bauernhäuser in (Baden)-Württemberg – Vielfalt in der Einheitlichkeit“ hob er die Haus-Schätze des Freilichtmuseums und der Gemeinde Beuren hervor.

Auf der Schwäbischen Alb zählte der Bauforscher 304 Gebäude, die vor 1700 entstanden, davon 92 aus der Zeit vor 1500. Ins Freilichtmuseum Beuren wurde eine Reihe dieser landwirtschaftlichen Gebäude umgesetzt – etwa die Gärtringer Scheune von 1496, das Haus aus Aichelau von 1509/11 oder aus Beuren ein Wohn-Stall Haus mit Scheune von 1558. In den Freilichtmuseen kann auch die Geschichte der Häuser und ihrer Bewohner erforscht und dokumentiert werden. Aber viele der historischen Gebäude sind bereits verschwunden oder zur Unkenntlichkeit umgebaut. „Bauernhäuser galten lange als etwas Primitives“ bemängelt der Bauhistoriker. „Die Mittelalter-Archäologie untersuchte meist eher die Städte, denn die Dörfer.“ Dabei habe schon im Mittelalter bei den Haus- und Hofformen eine große Vielfalt nebeneinander bestanden, führt Bedal weiter aus: Stockwerk- und Geschossbauten, Firstständerhäuser, Gebäude mit Sparren-, Walm- oder Satteldach. Verwendet wurde dabei vielfach Eichenholz oder Nadelholz, das aus dem Schwarzwald geflößt wurde.

Die Gemeinde Beuren selbst schätzt Albrecht Bedal als „Glücksfall mit ihrem hohen Bestand an spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebäuden“, davon allein 15 Objekte aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Dazu zählen etwa die ortsprägenden Häuser Linsenhoferstrasse 4-6 aus dem Jahr 1397 oder die Hauptstraße 10 und 12 von 1412. Alle wurden behutsam renoviert und für heutige Wohnansprüche hergerichtet.

Und nach welchen Kriterien darf ein altes Haus umgebaut werden? „Neuerungen wie Sat-Anlagen oder Solaranlagen muss man akzeptieren, wenn die Struktur des alten Hauses nicht verändert wird und Umbauten reversibel sind“, meint der Bauhistoriker. „Grundüberlegung ist, was ist entscheidend für das Haus und was soll in die Zukunft transportiert werden. Man muss auch der nächsten Generation Raum geben, was sie mit dem Haus anfangen will.“

Das reich bebilderte Buch „Alte Bauernhäuser in Baden-Württemberg und seinen Freilichtmuseen“ von Albrecht Bedal ist für 24,90 € an der Museumskasse erhältlich. ISBN 978-3-981-3634-1-8